Michaelskirche Oppingen

Allgemeines:

Die Kirche ist Mittelpunkt des Ortes und hat ihren Namen nach dem Erzengel Michael. Die Michaelskirche ist in fränkischer Zeit entstanden - zwischen 800 und 1200 n. Chr.. Die Oppinger Kirche war mit Sicherheit eine Kapelle; der Chorraum stammt noch aus dieser Zeit und ist erhalten geblieben. Wahrscheinlich hatte dieser eine gewölbte Decke; der Anschluß an den einstigen Chorbogen ist auf dem Dachboden der Kirche noch sichtbar.

Turm und Schiff in heutiger Gestalt gehen mindestens auf das Jahr 1591 zurück.

 

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Renovierungen und Veränderungen durchgeführt; die wesentlichen, die zum derzeitigen Stand geführt haben, sind vom vorigen Jahrhundert:

 

  • 1921 Chorbogen zwischen Kirchenschiff und Chor angebracht, Emporenbrüstung wurde mit Bildern von Christus, Apostel und Evangelisten versehen, auch wurde der Altar mit dem Altarbild/Abendmahl geziert - Architekt Kraus Ulm

  • 1958 Einbau von Antik-Glasfenstern

  • 1962/63 große Innenrenovierung; Gänge mit Solnhofer-Platten ausgelegt, neues Gestühl in Schiff und Empore eingebaut, elektrische Fußbankheizung installiert, Holzkassettendecke angebracht, neue Beleuchtungskörper angeschafft, neue Kanzel aufgestellt, Einbau einer Sakristei im Turm, Turmuhr und Geläut auf Elektrobetrieb umgestellt, Freilegung einer alten Bemalung am südlichen Chorfenster - Architekt Mayer Ulm

  • 1968 neuer Außenanstrich, Anschaffung von 2 neuen Glocken, Einbau eines eisernen Glockenstuhls

  • 1983 neuer Außenanstrich nach Scheunenbrand/Maier

  • 2007 große Außenrenovierung - Ausbesserungsarbeiten - Anstrich - und mit einer Sonnenuhr an der Südseite des Turms geschmückt - Architekt Stolz Luizhausen

 

Der Taufstein

von 1612, denkmalgeschützt, kelchartige Form; auf sechseckigem Fuß, abgetreppt und mit Wulst, ruht ein rundes Taufbecken, das über einem Rundbogenfries in ein Achteck übergeht.

Die Glocken

Die Michaelskirche hat ein modernes Geläute von 4 Glocken. Die älteste Glocke stammt von 1515. Sie hat einen Durchmesser von 57 cm und wiegt 185 kg. Folgender Text ist an ihr angebracht: "Matthäus samt Markus samt Lukas samt Johannes." Auch hat sie ein Glockenbild und das Kreuz. Sie ist den 4 Evangelisten gewidmet. Die zweitälteste Glocke ist aus dem Jahr 1592. Sie wiegt 450 kg und hat einen unteren Durchmesser von 90 cm. Am oberen Rand steht in gotischer Schrift: "Zu Gottes Lob, Ehr und Dienst gehe ich - Wolfgang Neidhardt gus mich." Die zwei anderen Glocken sind neueren Datums und wurden bei der Außenrenovierung 1968 aufgehängt, sowie ein eisener Glockenstuhl eingebaut.

Die Orgel

Die einmanualige Orgel wurde 1826 von Johann Victor Gruol aus Bissingen/Teck im klassizistischen Stil erbaut. Sie verfügt über eine rein mechanische Traktur mit Schleifladen. Belegt wird dies durch einen handschriftlichen Vermerk Grouls in der Windlade.

 

Die Orgel ist innerhalb der württembergischen Orgellandschaft als ein bedeutsames Zeitdokument des frühen 19. Jahrhunderts zu werten, und ist damit von hohem historischem Wert. Auch ist sie die zweitälteste, noch erhaltene Orgel im Blaubeurer Kirchenbezirk zu nennen (neben Berghülen, 1784).

 

Das Gehäuse mit Windladen, Spieltisch und den Trakturen ist noch weitgehend im originalen Zustand erhalten. An dem Pfeifenwerk wurden in der Vergangenheit mehrere, dem jeweiligen musikalischen Zeitgeschmack entsprechende Dispositions-Veränderungen unter Verwendung neuer Pfeifen vorgenommen. Des Weiteren wurde in den 50iger Jahren eine neue Windlade mit Motor eingebaut. Die originale Windanlage mit Spanbälgen und Treteinrichtung ist noch erhalten, wurde aber stillgelegt.

 

Dass sich das Orgelwerk zum überwiegenden Teil in dem Originalzustand von 1826 befindet, kann als ein Glücksfall ganz besonderer Art angesehen werden. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass sich die Oppinger Kirchengemeinde in der Vergangenheit  trotz mehrfachen Anratens aufgrund des schlechten Zustands keinen Orgelneubau leisten konnte. Dank umfangreicher Instandhaltungsmaßnahmen der letzten Jahre wurde daraus wieder ein klangprächtiges Instrument, welches dem Organisten, der dieses Kleinod zu schätzen weiß, große Freude bereitet.

 

Derzeitige Disposition                                    

 

Original-Dispositon Groul 1826

 

Manual C-c³:

 

Prinzipal 4’

Oktave 2’

Mixtur 3-fach 1’

Großgedackt 8’

Gedacktflöte 4’

Quintade 8’

Rohrflöte 2’

Gemsquint 1 1/3

 

Pedal C-d:

 

Subbaß 16’

Rohrgedackt 4’

 

Pedalkoppel

 

Principal 4’

Octav 2’

Mixtur 3-fach

Flötegedeckt 4’

Jubalflöte 4’

Coppel 8’

 

Tremulant